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Leutkirch verliert unglücklich Punkte

Der FC Leutkirch sitzt weiterhin im Tabellenkeller der Fußball-Landesliga fest. Trotz einer besonders in der ersten Hälfte couragierten Vorstellung unterlag der Überraschungsaufsteiger am Samstagnachmittag dem um Nuancen routinierteren SV Oberzell mit 1:2 (1:1). „Wir sind für das Geschäft wohl noch etwas zu grün“, befand durchaus zu Recht FCL-Vorstandsmitglied Jochen Reischmann.

Die Sonne schien nach besten Kräften im schmucken Leutkircher Stadion. Ein eiskalter Wind freilich begleitete beide Mannschaften, die sich auf nur mäßigem Landesliganiveau bewegten. Nicht von ungefähr sagte Oberzells langjähriger Trainer und Ex-Profi Achim Pfuderer hernach: „Ein Unentschieden wäre durchaus gerecht gewesen. Nach dem Fehlstart von drei Niederlagen in Folge müssen wir demütig bleiben.“ Die womöglich entscheidenden Szenen spielten sich, für Leutkirch typisch, in der Schlussphase ab. Zunächst hämmerte ein Oberzeller Einwechselspieler einen Ball gegen den Pfosten. Kurz danach war es Can Bozoglu, der mit einer sogenannten „100-Prozentigen“ zumindest Leutkirchs Ausgleich auf dem Fuß hatte.

 

Die Tore fehlen

„Wir benötigen zu viele Möglichkeiten, um zum Torerfolg zu kommen“, bemängelt Leutkirchs leidgeprüfter Trainer Bruno Müller. „Es sah sehr gut aus, wie wir uns in der ersten Halbzeit verkauft haben. Doch zum Erfolgserlebnis gehören nun mal Tore.“ Wohl wahr. Wieselflinke Läufer, etwa Malick Dambel, auf dem Platz überall präsent, oder aber Michael Koch, drücken dem Leutkircher Spiel ausnahmslos ihren Stempel auf. Als Mannschaft jedoch erscheint der FCL meilenweit vom Landesliganiveau entfernt.

Möglichkeiten sind da

Der Chancentod kennt für gewöhnlich keinen prickelnden Namen. Er könnte aber ohne Zweifel „FC Leutkirch“ heißen. Selbst die geduldigen Allgäuer Fans kennen keine Kritik. Sie leiden mit ihrem FCL, sie schließen Widerworte förmlich aus. Beispielsweise hatten Tekin Yilmaz, Michal Koch oder Kapitän Daniel Biechele genügend Möglichkeiten, den FC Leutkirch am Samstag in Führung zu schießen. „Wie gesagt, wir haben mit großem Glück alle drei Punkte in Leutkirch eingefahren“, bleibt Achim Pfuderer gelassen wie lange nicht mehr.

FCL-Trainer Bruno Müller weiß zwar um die Mechanismen im Fußball – nicht nur im Profibereich, sondern auch in unteren Ligen. Das Vertrauen freilich gehört dem Leutkircher Trainer ganz und gar. „Wir wissen, was wir ihm zu verdanken haben. Daher vertrauen wir ihm selbst nach schwierigen Spielen“, verrät Jochen Reischmann. „Es gibt viel zu tun, vor allem was die Kompaktheit der Mannschaft anbelangt“, versichert Reischmann. „Es tut uns allen weh, aber wir bleiben dran.“

FC Leutkirch – SV Oberzell 1:2 (1:1) – Tore: 0:1 Anderson Gomes dos Santos (14.), 1:1 Malick Dambel (18.), 1:2 Dominik Boos (54.) – SR: Kaack – Zuschauer: 150 – FCL: Brünz – Koch; Stützle, Rasch, Biechele, Dambel, Bozoglu, Zollikofer (77. Ringer), Hoff, Rief, Yilmaz – SVO: Mähr – Schlegel, Wellhäuser, Ata (59. Lotthammer), Gomes Dos Santos, Tremmel, Frank (46. Pohl), Maucher (41. Friesinger), Deniz (29. Boos), Marin, Geßler.