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Schöne Tore bringen Berg den Derbysieg

Ein teils hitziges, aber nicht hochklassiges Derby hat der TSV Berg dank sehenswerter Treffer mit 3:2 gegen den SV Oberzell gewonnen. Berg behauptete Platz eins und baute seine Siegesserie aus, Oberzell blieb auch im dritten Spiel hintereinander ohne Sieg.

In der ersten Halbzeit stand ein Mann für viele im Mittelpunkt, der eigentlich gar nicht im Mittelpunkt stehen möchte. Schiedsrichter Daniel Leyhr traf zwei Entscheidungen zugunsten des SV Oberzell, die der TSV Berg und seine Anhänger überhaupt nicht nachvollziehen konnten und wollten. In der 25. Minute kam der Ball nach einer Ecke zu Michael Polczynski. Dem Schuss aus 18 Metern sprang Nikolas Deutelmoser entgegen und bekam den Ball von hinten an den Ellenbogen. Leyhr wertete das als absichtliches Handspiel, zückte die Gelbe Karte und gab Elfmeter.Marco Geßler traf lässig-gefährlich per Chip.

Es war das 1:1 in diesem Derby, denn in der 17. Minute hatte SVO-Kapitän Daniel Marin mit einem Eigentor die Berger Führung besorgt. Den zweiten Aufreger gab es in der 38. Minute: Deutelmoser hatte im Zweikampf den Ball gespielt, Leyhr gab dennoch Freistoß für Oberzell. Geßler brachte den Ball in den Strafraum, erst war Lennart Pohl mit dem Kopf dran, dann Polczynski. Von dessen Kopf landete der Ball im langen Eck zum 2:1.

 

Oberzell stand gut geordnet und schaltete nach Ballgewinnen schnell um. Berg leistete sich ein paar Fehlpässe zu viel. „Oberzell hat es gut gemacht und wir haben sie durch einfache Fehler und blöde Fouls noch stärker gemacht“, meinte Bergs Trainer Oliver Ofentausek. Nach den strittigen Entscheidungen des Schiedsrichters wurde nun jeder Pfiff diskutiert. Spielfluss? Fast nicht vorhanden. Kurz vor der Pause ging es aber einmal schnell bei Berg, Jan Biggel brachte den Ball von links in der Strafraum, Sabrin Sburlea traf sehenswert per Heber zum 2:2.

Kittel aus der Drehung heraus

Das Tor kurz vor der Pause war wichtig für den Tabellenführer, der nach fünf Minuten in der zweiten Halbzeit noch sehenswerter nachlegte. Dan Constantinescu spielte einen herrlichen Pass aus dem Mittelfeld auf Arne Kittel, der direkt aus der Drehung abzog – der Ball flog über Torwart Kai Mähr hinweg, klatschte an den linken Innenpfosten und sprang zum 3:2 über die Linie. Mit einem Seitfallzieher prüfte Kittel zehn Minuten später Mähr, der glänzend reagierte.

Ansonsten blieb es dabei: Fast jeder Pfiff wurde infrage gestellt, viel zu oft wurde diskutiert – auf und neben dem Platz. Weil Berg weiter zu oft den Ball leichtfertig verlor, gab es noch brenzlige Situationen für den TSV. Bei einem Heber von Geßler aus 30 Metern hatte Bergs Torwart Stephan Hiller gerade noch die Fingerspitzen am Ball. Oberzells Trainer Achim Pfuderer und Oliver Wittich gingen dann Risiko, nahmen Semih Deniz aus dem defensiven Mittelfeld raus und brachten Stürmer Jason Müller. Kurz nach dieser Einwechslung war Pascal Weiß nach gutem Pass von Anderson Gomes dos Santos frei im Berger Strafraum, doch Hiller wehrte ab. Jannik Wanner und zweimal Sburlea verpassten anschließend knapp die endgültige Entscheidung für den TSV. Gefährlich vor das Berger Tor kam der SVO aber nicht mehr. „Mit der Leistung können wir leben“, sagte Pfuderer. „Aber wir brauchen keine Schulterklopfer, wir brauchen Punkte.“

TSV Berg – SV Oberzell 3:2 (2:2) – Tore: 1:0 Daniel Marin (17., Eigentor), 1:1 Marco Geßler (28., HE), 1:2 Michael Polczynski (38.), 2:2 Sabrin Sburlea (45.), 3:2 Arne Kittel (51.) – Schiedsrichter: Daniel Leyhr (Münsingen) – Zuschauer: 400 – TSV: Hiller – Fäßler, Constantinescu, Frick, Hepp (59. Schuler) – Brielmayer (70. Bauer), Kittel, Biggel – Deutelmoser (46. Wanner, 84. Hummel), Sburlea, Munteanu – SVO: Mähr – Maucher, Polczynski (85. Birinci), Marin, Pohl – Deniz (79. Müller) – Tremmel, Boos, Ata (55. Weiß) – Geßler, Gomes dos Santos.