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Oberzell verliert in Mengen

Der FC Mengen hat den SV Oberzell in der Fußball-Landesliga durch ein Tor von Manuel Frommeld mit 1:0 besiegt. Während Mengen damit endgültig in den gesicherten Tabellenregionen angekommen ist, rutschte der SV Oberzell zurück auf den Relegationsplatz.

 In bestem Zustand ist er nach dem Winter noch nicht, der Rasenplatz des FC Mengen. Miroslav Topalusic wollte sich erst gar nicht über Platzfehler ärgern müssen – die klare Order des Trainers: "Nach vorne." Vorne – dort war Alexander Klotz bisweilen Alleinunterhalter. Der Stürmer zeigte der jungen Oberzeller Verteidigung immer wieder die Grenzen auf: Bälle behaupten, Eins-gegen-Eins-Situationen, Torabschluss, Freistöße herausholen, der kleine Schubser im richtigen Moment zum Platzschaffen – Klotz’ Qualitäten sind für Landesligaverhältnisse herausragend. Die Cleverness des Torjägers bekam auch Oberzells Innenverteidiger Manuel Polczynski zu spüren, der gute 20 Minuten vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz musste. Die Oberzeller starteten im 4-4-2 mit einer Mittelfeldraute in die Partie. "Mit dieser Taktik haben wir das Hinspiel gewonnen", sagte Trainer Achim Pfuderer. Das Problem: Auf dem großen Platz in Mengen hatten die Oberzeller vor allem in Halbzeit eins Mühe, die Räume zu schließen.

 

So war Mengen in der Anfangsphase das dominante Team: Alex Klotz setzte den ersten Versuch in der achten Minute daneben. In der 15. Minute ließ Tobias Nörz auf seiner linken Seite zwei Gegenspieler stehen, SVO-Torhüter Kai Mähr wehrte zur Ecke ab. Die kam nah ans Tor herangezogen und erwischte die komplette SVO-Versammlung am Fünfmeterraum inklusive Torwart im Tiefschlaf, am langen Pfosten schob Manuel Frommeld zum 1:0 ein.

Nach einem langen Ball, der verlängert wurde, schoss Oberzells Florian Lotthammer volley vorbei. In der 25. Minute verlängerte Lotthammer auf Sturmpartner Marco Geßler, aber der Schiedsrichterassistent hatte die Fahne oben. Nach einer guten halben Stunde verlor der SVO den gerade wiedergenesenen Daniel Wellhäuser nach einem Zweikampf mit Mengens Pierre Hartl. Es kam Stürmer Sergen Leyla, die Oberzeller stellten auf ein System mit einer Spitze um. Direkt danach hatte Patrick Klotz nach einem langen Ball per Kopf aus kurzer Distanz die große Chance auf das 2:0, Mähr hatte mit einem Reflex den Arm oben. Schiedsrichter Alexander Mack hatte eine ganze Reihe kniffliger Entscheidungen zu treffen: In der 39. Minute ließ er weiterspielen, als Geßler im Strafraum fiel, in der 42. Minute zeigte er Mengens Nörz die Gelbe Karte wegen einer vermeintlichen Schwalbe nach einem Duell mit Mähr.

Kurz nach der Halbzeit folgte die nächste umstrittene Szene: Nach einem Freistoß setzte Lotthammer den Ball per Kopf an den Pfosten, Außenverteidiger Pascal Weiß versenkte den Abpraller – aber draußen war die Fahne oben. Im Gegenzug war Hartock nach einem langen Ball durch – Mähr lenkte den Lupfer gerade noch ans Aluminium. In der 54. Minute zeigte Lotthammer, dass er nicht nur wegen seiner Geschwindigkeit als großes Talent gilt: Ballmitnahme, Drehung, Abschluss – Mengens Torwart Dominic Merk war allerdings unten und hielt auch Geßlers Nachschuss.

In der Schlussphase war Oberzells trotz Unterzahl tonangebend. Die Mengener musste aber nur noch einmal wirklich zittern, als Henry Dinser in der Nachspielzeit kurz vor der Linie klärte. "Meine Mannschaft hat kämpferisch eine sehr starke Leistung gezeigt", lobte Topalusic "Über ein 1:1 hätte sich niemand beschweren können. Aber das Glück muss man sich eben auch erarbeiten." Auf eine Diskussion über fehlendes Glück wollte sich Pfuderer nicht einlassen: "Wir hatten die Chance auf einen Punkt und mehr – was uns interessieren muss, ist, warum es dafür nicht gereicht hat."