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Ein Elfmeter rettet Oberzell

Der SV Oberzell hat sich in der Fußball-Landesliga gegen den FC Leutkirch wichtige drei Punkte gesichert. Für die Gäste aus dem Allgäu wird es dagegen im Kampf um den Klassenerhalt immer schwerer.

Ravensburg / - Ein Kellerduell mit denkbar knappem Ausgang haben sich der SV Oberzell und der FC Leutkirch in der Fußball-Landesliga am Samstag geliefert. Mit einem Elfmeter in der 80. Minute entschied Marco Geßler die Partie zugunsten des SVO. Während Oberzell drei wichtige Punkte mitnahm, rückt für Leutkirch der Relegationsplatz in weite Ferne.

"Die Mannschaft hat große Moral gezeigt und gekämpft bis zum Ende", kommentierte ein erleichterter Achim Pfuderer die Leistung seiner Oberzeller. "Natürlich symptomatisch, dass ein Elfmeter die Partie entscheidet." Wie erwartet kehrte Pfuderer gegen Leutkirch zur 4-2-3-1-Formation mit Jason Müller im zentral offensiven Mittelfeld zurück. Müller leitete in der zweiten Minute auch die erste Chance ein, nach Vorlage von Florian Lotthammer setzte Sergen Leyla den Ball aber drüber. Gerade Müller und Leyla präsentierten sich im Angriff sehr variabel, waren häufig anspielbar. Auch Linksaußen Geßler rückte viel ins Zentrum, dementsprechend klar war der Plan: Der schnelle Lotthammer sollte auf rechts die Angriffe ankurbeln. Der SVO kontrollierte die Partie in der Anfangsphase, Leutkirch hielt im 5-4-1 aber gut dagegen. "Der Gegner hat sehr gut verteidigt", lobte Pfuderer. "Eng und sehr diszipliniert. Dadurch war es schwer für uns."

 

Kai Mähr verletzt sich

Eine Schrecksekunde musste Oberzell nach gut 25 Minuten wegstecken. Torhüter Kai Mähr verletzte sich, für ihn kam Peter Schwarz. Nach der verletzungsbedingten Unterbrechung verlor Oberzell ein wenig die Kontrolle, die Partie wurde zerfahrener. Leutkirch stand defensiv sehr diszipliniert und spielte nur vorsichtig nach vorne. Selbst Konter gingen die Gäste häufig nur mit drei Angreifern an. In de Nachspielzeit dann nochmal die dicke Chance für Oberzell, als Leyla nach einer Kombination über links eine Hereingabe von Müller knapp verpasste.

 

Den eindeutig besseren Start in Halbzeit zwei erwischte der FCL. Gleich drei große Chancen hatten die Gäste direkt nach Wiederanpfiff. Die beste Möglichkeit vergab Michael Koch, der den Ball nach einer Hereingabe von links aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbrachte. Der SVO ließ in den ersten zehn Minuten jede Präsenz im Mittelfeld vermissen. "Wir haben im Mittelfeld überflüssig die Bälle verloren und sind in Konter gelaufen", analysierte der Trainer. Nach etwa 55 Minuten fing sich Oberzell wieder, die nächste Großchance hatten dennoch die Gäste. Can Bozoglu fehlten nach einem SVO-Ballverlust im Aufbau Zentimeter zur Führung. Oberzell hatte mehr Ballbesitz, spulte aber zu viele Angriffe nach demselben Muster ab. Lotthammer traute sich auf dem Flügel zu wenig Dribblings zu, schlug dafür viele Flanken. Im Strafraum war Leutkirch aber gut gestaffelt und verteidigte die Hereingaben problemlos. "Da haben wir teilweise falsche Entscheidungen getroffen", sagte Pfuderer. "Florian hatte oft Platz, hat aber zu viel geflankt." Leutkirch blieb über Konter gefährlich, klare Aktionen gab es in dieser chaotischen Phase aber auf beiden Seiten kaum.

 

Dann kam die 80. Minute. Im Strafraum kam es zum Pressschlag zwischen Geßler und Daniel Biechele. Dem FCL-Kapitän sprang der Ball dabei aus kurzer Distanz an die Hand – die Elfmeterentscheidung war zumindest fragwürdig. "Der Ball springt ihm aus einem halben Meter Entfernung an die Hand. Was soll er da machen?", ärgerte sich Leutkirchs Trainer Bruno Müller. Geßler behielt die Nerven und erzielte den 1:0-Siegtreffer, der beim SVO große Erleichterung auslöste. "Wir bleiben demütig, wir wissen, wie viel fehlt. Aber wir leben", meinte Pfuderer. "Wir sind nicht mehr in der Notaufnahme, aber in der Ambulanz."